- achtsam mit mir umgehen -

 

 

  

Die manuelle Lymphdrainage hat ihren Ursprung in der Familie der Massagen. Mit ihr nehmen wir Einfluss auf das Venensystem und die Lymphgefäße des Körpers, um Ödeme (Schwellungen), d.h. übermäßige Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe, zu verringern bzw. abzubauen.


Vereinfacht dargestellt sorgt unser Venen- und Lymphsystem im gesunden Zustand dafür, dass Flüssigkeit und Eiweiße, die für den Stoffwechsel im Gewebe notwendig sind, nach getaner Arbeit wieder aus dem Gewebe abtransportiert werden.


Gibt es jedoch eine Einschränkung oder gar einen Defekt in den venösen Gefäßen oder unserem Lymphsystem, so können sich Ödeme entwickeln. Beispielsweise führt ein „Stau“ in unserem Venensystem dazu, dass sich der Druck gegen die Gefäßwände erhöht und vermehrt Flüssigkeit aus unseren Blutbahnen ins Gewebe austritt. Angeschwollene Füße am Ende eines warmen Sommertages veranschaulichen dieses Geschehen: die kleinsten unserer Blutgefäße, die Kapillaren, reagieren auf Wärme mit der Vergrößerung ihres Durchschnittes. Das Blut fließt langsamer, es kommt zum oben genannten „Stau“ (Ultrafiltratödem).


Ödeme können auch nach Verletzungen oder Operationen entstehen (exsudatives Ödem). Hier liegt dann eine Schädigung von Blutgefäßen vor, und neben vermehrter Flüssigkeit treten auch vermehrt Bluteiweiße ins Gewebe, die dort zusätzlich Wasser binden und eine Schwellung verursachen.


Sind die Blutgefäße hingegen intakt und die Lymphgefäße in Ihrer Leistung eingeschränkt oder defekt, spricht man von Lymphödemen. Eiweiße und Flüssigkeit, die sonst über das Lymphsystem abtransportiert werden, verbleiben im Gewebe. Solch ein Zustand ist häufig nach Therapien von Krebserkrankungen, Entfernung von Lymphknoten oder auch bei angeborenen Defekten des Lymphsystems zu beobachten.


Nicht selten treten auch Kombinationen verschiedener Ödeme gleichzeitig auf.


Bei der manuellen Lymphdrainage wird mit grundlegenden Handgriffen, den stehenden Kreisen, Schöpfgriffen, Quergriffen und Drehgriffen gearbeitet. Diese werden beim Lymphödem durch spezielle Ödemgriffe erweitert. Je nach Ödemart regen wir mit der Behandlung die Flussgeschwindigkeit des Blutes in den Gefäßen an, sorgen für eine bessere Aufnahme der Lymphe (Gewebsflüssigkeit und großmolekulare Stoffe wie Eiweiße) in das Lymphgefäßsystem, „richten Umleitungen ein“, wo Wege gänzlich versperrt oder durchtrennt sind, unterstützen die Regeneration von Lymphgefäßbahnen und verbessern den Stoffwechsel. Damit lassen sich Ödeme verringern oder auch gänzlich abbauen. Um diesen Effekt zu unterstützen werden nach der Behandlung häufig ein Kompressionsverband oder eine Kompressionsbestrumpfung angelegt.


Neben der direkten Ödemtherapie können wir mit der manuellen Lymphdrainage auch gute Erfolge bei Beschwerden wie Kopfschmerzen, Migräne und M. Sudeck erzielen.